Lagerland-AktivistInnen werden für ihr Engagement geehrt

Nissrin Ali und Felleke Bahiru Kum, Delegierte des Netzwerks Deutschland Lagerland, waren am 23.4.09 als ExpertInnen zur Landtagsanhörung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sammellagern geladen / Am 5.9.09 erhalten sie den Menschenrechtspreis von Pro Asyl

Alljährlich ehrt Pro Asyl Menschenrechtsorganisationen und Personen für ihren herausragenden Einsatz für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen. Dieses Jahr geht der Preis zum ersten Mal an Flüchtlinge in Deutschland, die sich öffentlich für die Interessen von Flüchtlingen und MigrantInnen einsetzen.

Nissrin Ali und Felleke Bahiru Kum, denen der Menschenrechtspreis am 5. September 2009 verliehen wird, wurden im April 2009 bundesweit bekannt, weil sie den Mut hatten, als ExpertInnen bei der Anhörung im Bayerischen Landtag zur Situation in den bayerischen Flüchtlingslagern zu sprechen. Als Delegierte des Netzwerks Deutschland Lagerland konnten sie nicht nur aus ihrer persönlichen Innenperspektive auf das Lagersystem berichten, sondern auch die Erfahrungen der vielen im Netzwerk engagierten Flüchtlinge einbringen.

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Lagerland@Crossing Munich

Vom 10. bis 14. August ist Lagerland zu Gast in der Ausstellung “Crossing Munich – Orte, Bilder und Debatten der Migration”. Die ersten drei Abende gibt es Filme, und am Donnerstag dann noch eine Talkshow im StadtSalon.

10. August 2009: „Rien ne vaut que la vie, mais la vie même ne vaut rien“
Die Dokumentation erzählt vom Alltag der BewohnerInnen eines Flüchtlingsheims in Sachsen-Anhalt und über den filmischen Anspruch, keine Klischees zu reproduzieren. Immer wieder wird die Erzählung mit
Überlegungen verknüpft, wie Menschen erst durch die Erfahrungen in den Heimen zum „Flüchtling“ gemacht werden. (mehr)

11. August 2009: Draußen bleiben
Der Film ist ein Portrait zweier Teenager-Mädchen, die sich in einer Münchner Flüchtlingsunterkunft kennen gelernt und angefreundet haben. Mit ihrer Clique, den „Harras Ladies“, sind sie am liebsten draußen in der Anonymität der Großstadt, wo sie nicht dem Einfluss und der permanenten Kontrolle der Brüder, Eltern, Lehrer oder Behörden ausgesetzt sind. (mehr)

12. August 2009: Die Unerwünschten – Ein Film über Menschen in Abschiebehaft
In der Abschiebehaft Rottenburg leben 45 Menschen auf engstem Raum in einem Plastikcontainer – 22 Stunden am Tag eingesperrt. In ruhigen Bildern und jenseits etablierter Klischees dokumentiert die Regisseurin Sarah Moll, was es für die Gefangenen bedeutet, inhaftiert und von Abschiebung bedroht zu sein. Der preisgekrönte Film begleitet sechs Männer während ihren letzten Wochen in Deutschland. Er erzählt von Momenten voller Angst, Hoffnung und Resignation. (mehr)

Informationen zur Filmreihe: http://crossingmunich.org/filmreihe-deutschland-lagerland.html

13. August 2009: StadtSalon: Lagerschlußverkauf. Eine bayerische Kampagne zur Lebenssituation von Flüchtlingen diskutiert sich selbst
Als Nachhall der rigidien deutschen Asylpolitik der 1990er Jahre sind in Bayern 2009 immer noch rund 8.000 Flüchtlinge in so genannten Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, zumeist Baracken und
Containerlager. Seit Jahren haben sich Flüchtlinge und deutsche AktivistInnen gegen diese Zustände engagiert, und sind mittlerweile im Gesetzgebungsprozess angekommen.

In der Reihe “StadtSalon” finden weitere spannende Veranstaltungen statt: http://crossingmunich.org/stadtsalon.html

Informationen zur Ausstellung:http://crossingmunich.org

Nächstes Lagerland- und Syrientreffen am 11.07.2009

Das nächste Delegiertentreffen des Netzwerks Deutschland Lagerland findet statt

am Samstag, den 15.08., 11 – 17 Uhr, L.E.D.E.R.E.R e.V.,
Lederergasse 25, 93047 Regensburg

Aus terminlichen Gründen haben wir beschlossen, das Syrien-Treffen mit dem Treffen des bayernweiten antirassistischen Netzwerks “Deutschland Lagerland” zusammenzulegen. Es bietet sich damit die Möglichkeit, im Rahmen eines Treffens sowohl über die Kampagne gegen die Syrien-Abschiebungen zu diskutieren als auch über den Kampf gegen die Lager-Unterbringung von Flüchtlingen. Wir wollen das Treffen in zwei thematische Hauptblöcke – Syrien-Abschiebungen und Anti-Lager-Kampagne unterteilen. Dabei wird das Thema Syrien zu Beginn verhandelt. Leute, die nur zum Lagerland-Treffen kommen wollen, brauchen also erst auf 12:30 anreisen.

Wer kommen will, kann uns einfach kontaktieren:
kontakt [at] deutschland-lagerland [punkt] de
oder direkt bei der der Bürgerinitiative Asyl Regensburg

Nächstes Lagerlandtreffen am 11.07.2009

Das nächste Delegiertentreffen des Netzwerks Deutschland Lagerland findet statt

am Samstag, 11.07.2009, 12-16.00 Uhr
im Bayerischen Flüchtlingsrat, Augsburger Str. 13, München

Wir wollen über weitere Schritte in unserem Kampf um die Abschaffung der Lager und die Auswertung der Aktionstage sprechen.

Wer kommen will, einfach im Bayerischen Flüchtlingsrat Bescheid geben: kontakt@fluechtlingsrat-bayern.de

Lager abschaffen: Transparent im bayerischen Landtag entrollt

Antirassistische Aktivist_innen entrollten am Dienstag, 23. Juni, ein Transparent mit der Forderung “Lager abschaffen” von der Zuschauertribühne des bayerischen Landtages. Dort fand die erste Lesung zur Neufassung des Flüchtlingsaufnahmegesetzes, welches von der Fraktion der Grünen in den Landtag eingebracht worden war, statt. Ziel dieses Gesetzesentwurfes ist es, den Lagerzwang für Flüchtlinge abzuschaffen und das Recht in einer selbstgewählten Privatwohnung leben zu können.  Eingebracht wurde dieser Gesetzesentwurf aufgrund des Drucks jahrelanger Kämpfe von Flüchtlingen und Antirasisst_innen. ‘Lager abschaffen: Transparent im bayerischen Landtag entrollt’ weiterlesen …

Albumeintrag zu den Aktionstagen

Damit die schönen Lagerschlußverkaufsaktionstage der Nachwelt erhalten bleiben, haben wir eine kleine Übersichtsseite eingerichtet, auf der nochmal alles aufbereitet ist. Mit Bildern und allem drum und dran und so.

http://album.deutschland-lagerland.de/lagerschlussverkauf09/

Landtagsdebatte über Lagerzwang: Dienstag, 18.6.

Die Landtagsdebatte zur Forderung nach Abschaffung des Lagerzwangs beginnt, nachdem sie am 18.06. vertagt wurde, nun voraussichtlich am:

Dienstag, 23.06., gegen 16 Uhr 15, im Plenarsaal des bayerischen Landtags (Maximilianeum) ‘Landtagsdebatte über Lagerzwang: Dienstag, 18.6.’ weiterlesen …

Presseübersicht Anti-Lager-Aktionstage

Die Aktionstage gegen Lager waren ein Erfolg, unter anderem haben wir es geschafft, unsere Kritik am bayerischen  Lagersystem kurz vor der  Landtagsdebatte in den Medien zu plazieren. Hier eine Übersicht der Presseartikel und Agenturmeldungen rund um die Aktionstage:

Mainpost, 16.6.

TAZ, 15.5.

Münchner Merkur, 15.6.

Abendzeitung, 15.6. ‘Presseübersicht Anti-Lager-Aktionstage’ weiterlesen …

Deutschland Lagerland, alles muss weg!

Ein Resümee der Lagerschlussverkaufstage vom 11.-14. Juni 2009

Vier Tage lang protestierte das Netzwerk Deutschland Lagerland mit humorvollen und kämpferischen Aktionen gegen die Lagerunterbringung von Flüchtlingen und das Recht auf selbstbestimmtes Leben und Wohnen. Aus den Erfahrungen der Aktionstage lässt sich ein sehr positives Fazit ziehen: Der Aufwand lohnt sich!

Im Vorfeld der Aktionen mussten wir jedoch erst einmal eine böse Überraschung erleben: Auf Anweisung der Zentralen Rückführungsstelle Nord und gedeckt durch das bayerische Innenministerium verweigerten die Ausländerbehörden in Nordbayern den dort lebenden Flüchtlingen die Anreise nach München. Begründung: Eine Teilnahme an den Aktionen liege nicht im öffentlichen Interesse. 50 Personen allein aus Würzburg hatten sich für unsere Aktionen angemeldet und konnten nun nicht kommen. Weil sich die Flüchtlinge diese unverschämte Beschränkung ihrer Versammlungs- und Meinungsfreiheit nicht gefallen lassen wollten, organisierten sie kurzerhand eine eigene Demo – über 250 Menschen beteiligten sich daran.

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Demo gegen Abschiebungen in Nürnberg

Samstag, 20.Juni 2009 (Weltflüchtlingstag)
14:00 Uhr Weißer Turm, Nürnberg

Demo gegen Abschiebungen, Migrationskontrolle und für das Recht auf Bewegungsfreiheit

Menschen flüchten vor Krieg und Folter, aus zahlreichen anderen ausweglosen Situationen, oder einfach mit der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Führt die Flucht sie zum Beispiel nach Deutschland, werden sie mit Barrieren konfrontiert, die sie von der restlichen Bevölkerung in diesem Land unterscheiden und abgrenzen. ‘Demo gegen Abschiebungen in Nürnberg’ weiterlesen …

Lagermauer fällt

Noch ein paar Bilder von Tag Drei

Alle Bilder copyright Netzwerk Deutschland Lgerland/A. Naica-Loebell

Lagermauer

Lagermauer

Lagermauer abgewrackt

Lagermauer abgewrackt

Die Lagerschluss-Demo

Die Lagerschluss-Demo

Dritter Tag der Lagerschlusskampagne

Demonstration: Wir kloppen eure Lager in die Tonne
Samstag, 13. Juni

Demonstration zum Bayerischen Landtag

Demonstration zum Bayerischen Landtag Foto: A. Naica-Loebell

Tag drei der Dauerkundgebung zum Lagerschlussverkauf in München: Demonstration mit Flüchtlingen aus ganz Bayern quer durch die Stadt, am Ende wird vor dem Landtag symbolisch eine Lagermauer eingerissen.

Um 13.00h ging es am Stachus vor dem Kuppelzelt mit der Auftaktkundgebung los. Unter strahlender Sonne sammelten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die aus ganz Bayern angereist waren, darunter viele Flüchtlinge. Wie bereits berichtet, fehlten nur die Aktivisten aus Nordbayern, weil sie per Order der Zentrale Rückführungsstelle keine Befreiung von der Residenzpflicht erhielten – sie demonstrierten parallel in Würzburg.

Durch die Sonnenstraße, vom Sendlinger Tor zum Gärtnerplatz, und über das Isartor zur Maximlianstraße zog eine bunte, lautstarke Menge, mit Transparenten und Schildern, auf denen zu lesen war: „Wir sind Menschen, keine Tiere!“, „Fluchtursachen bekämpfen statt Stacheldraht und Lager“, „Lagerzwang abschaffen!“, oder „Recht auf Wohnung für alle“. Viele trugen Kartons mit dem Aufdruck „Lager schließen“ – das Baumaterial für die symbolische Lagermauer, die am Ende aufgebaut und gleich wieder zerstört wurde. Ein Teilnehmer hatte sogar eine Abrissbirne für die Lager dabei.
Es wurde gepfiffen, getrommelt, trompetet und gepaukt, um der Öffentlichkeit kund zu tun, was auch in Sprechchören skandiert wurde: Lager abschaffen! Am Mikrofon schilderten die Flüchtlinge wie bereits in den vergangenen Tagen, dass ihr Leben im Lager sie krank macht. Die Situation ist unzumutbar. Die Lager müssen weg.
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Weitere Medienberichte zu den Lagerschlusstagen

FDP drängt auf Wende in der Asylpolitik (Nürnberger Nachrichten, 13.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fdp-draengt-auf-wende-in-der-asylpolitik.908.html

Flüchtlinge dürfen nicht zu Demo in München fahren (Mainpost, 13.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fluechtlinge-duerfen-nicht-zu-demo-in-muenchen-fahren.html

“Der Lagerzwang verstößt gegen die Menschenwürde” (Süddeutsche Zeitung,
12.06.2009)

http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/der-lagerzwang-verstoesst-gegen-die-menschenwuerde.html

Flüchtlinge aus Neuburg demonstrieren in München (Augsburger Allgemeine
Zeitung, 12.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fluechtlinge-aus-neuburg-demonstrieren-in-muenchen.html

Zweiter Tag des Lagerschlussverkaufs

Wir schließen alle Lager! Freitag, 12. Juni

Demo auf der Maximilianstraße

Demo auf der Maximilianstraße Foto: A. Naica-Loebell

Tag zwei der Dauerkundgebung zum Lagerschlussverkauf in München. Lautstarke Aktionen standen im Mittelpunkt.

Zunächst wurde mit Pfiffen, Getrommel und Geschrei der Regierung von Oberbayern in derMaximilianstraße klar gemacht, was die Flüchtlinge von der Lagerunterbringung halten. Sie wollen menschenwürdig leben und nicht in Sammelunterkünfte gepfercht werden. Das machten die Teilnehmer auch bei ihren Beiträgen am Mikrophon klar.
Die „Gemeinschaftsunterkünfte“ sind eine Katastrophe, alle müssen geschlossen werden, nicht nur diejenigen, wo der Schimmel in den Duschen gedeiht und sich die Ratten tummeln. Die Politik der Kasernierung von Flüchtlingen ließen die Lagerschlussverkauf-Aktivisten mit Pauke und Trompete durchfallen – und das im wahrsten Sinn des Wortes, denn diese Instrumente unterstützten den lautstarken Protest.

Nachdem der Regierung von Oberbayern ohrenbetäubender Lärm gewidmet worden war, zogen die ungefähr 200 AktivistInnen des Netzwerk Deutschland Lagerland in einer Demonstration die Edelmeile Münchens, die Maximilianstraße, entlang und an der Oper vorbei zum Odeonplatz. ‘Zweiter Tag des Lagerschlussverkaufs’ weiterlesen …