Lagermauer fällt

Noch ein paar Bilder von Tag Drei

Alle Bilder copyright Netzwerk Deutschland Lgerland/A. Naica-Loebell

Lagermauer

Lagermauer

Lagermauer abgewrackt

Lagermauer abgewrackt

Die Lagerschluss-Demo

Die Lagerschluss-Demo

Dritter Tag der Lagerschlusskampagne

Demonstration: Wir kloppen eure Lager in die Tonne
Samstag, 13. Juni

Demonstration zum Bayerischen Landtag

Demonstration zum Bayerischen Landtag Foto: A. Naica-Loebell

Tag drei der Dauerkundgebung zum Lagerschlussverkauf in München: Demonstration mit Flüchtlingen aus ganz Bayern quer durch die Stadt, am Ende wird vor dem Landtag symbolisch eine Lagermauer eingerissen.

Um 13.00h ging es am Stachus vor dem Kuppelzelt mit der Auftaktkundgebung los. Unter strahlender Sonne sammelten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die aus ganz Bayern angereist waren, darunter viele Flüchtlinge. Wie bereits berichtet, fehlten nur die Aktivisten aus Nordbayern, weil sie per Order der Zentrale Rückführungsstelle keine Befreiung von der Residenzpflicht erhielten – sie demonstrierten parallel in Würzburg.

Durch die Sonnenstraße, vom Sendlinger Tor zum Gärtnerplatz, und über das Isartor zur Maximlianstraße zog eine bunte, lautstarke Menge, mit Transparenten und Schildern, auf denen zu lesen war: „Wir sind Menschen, keine Tiere!“, „Fluchtursachen bekämpfen statt Stacheldraht und Lager“, „Lagerzwang abschaffen!“, oder „Recht auf Wohnung für alle“. Viele trugen Kartons mit dem Aufdruck „Lager schließen“ – das Baumaterial für die symbolische Lagermauer, die am Ende aufgebaut und gleich wieder zerstört wurde. Ein Teilnehmer hatte sogar eine Abrissbirne für die Lager dabei.
Es wurde gepfiffen, getrommelt, trompetet und gepaukt, um der Öffentlichkeit kund zu tun, was auch in Sprechchören skandiert wurde: Lager abschaffen! Am Mikrofon schilderten die Flüchtlinge wie bereits in den vergangenen Tagen, dass ihr Leben im Lager sie krank macht. Die Situation ist unzumutbar. Die Lager müssen weg.
‘Dritter Tag der Lagerschlusskampagne’ weiterlesen …

Weitere Medienberichte zu den Lagerschlusstagen

FDP drängt auf Wende in der Asylpolitik (Nürnberger Nachrichten, 13.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fdp-draengt-auf-wende-in-der-asylpolitik.908.html

Flüchtlinge dürfen nicht zu Demo in München fahren (Mainpost, 13.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fluechtlinge-duerfen-nicht-zu-demo-in-muenchen-fahren.html

“Der Lagerzwang verstößt gegen die Menschenwürde” (Süddeutsche Zeitung,
12.06.2009)

http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/der-lagerzwang-verstoesst-gegen-die-menschenwuerde.html

Flüchtlinge aus Neuburg demonstrieren in München (Augsburger Allgemeine
Zeitung, 12.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fluechtlinge-aus-neuburg-demonstrieren-in-muenchen.html

Zweiter Tag des Lagerschlussverkaufs

Wir schließen alle Lager! Freitag, 12. Juni

Demo auf der Maximilianstraße

Demo auf der Maximilianstraße Foto: A. Naica-Loebell

Tag zwei der Dauerkundgebung zum Lagerschlussverkauf in München. Lautstarke Aktionen standen im Mittelpunkt.

Zunächst wurde mit Pfiffen, Getrommel und Geschrei der Regierung von Oberbayern in derMaximilianstraße klar gemacht, was die Flüchtlinge von der Lagerunterbringung halten. Sie wollen menschenwürdig leben und nicht in Sammelunterkünfte gepfercht werden. Das machten die Teilnehmer auch bei ihren Beiträgen am Mikrophon klar.
Die „Gemeinschaftsunterkünfte“ sind eine Katastrophe, alle müssen geschlossen werden, nicht nur diejenigen, wo der Schimmel in den Duschen gedeiht und sich die Ratten tummeln. Die Politik der Kasernierung von Flüchtlingen ließen die Lagerschlussverkauf-Aktivisten mit Pauke und Trompete durchfallen – und das im wahrsten Sinn des Wortes, denn diese Instrumente unterstützten den lautstarken Protest.

Nachdem der Regierung von Oberbayern ohrenbetäubender Lärm gewidmet worden war, zogen die ungefähr 200 AktivistInnen des Netzwerk Deutschland Lagerland in einer Demonstration die Edelmeile Münchens, die Maximilianstraße, entlang und an der Oper vorbei zum Odeonplatz. ‘Zweiter Tag des Lagerschlussverkaufs’ weiterlesen …

Erste Medienberichte über die Aktionstage

“Freiheit statt Zwang”: Proteste für die Abschaffung von
Sammelunterkünften (Abendzeitung, 12.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/freiheit-statt-zwang-proteste-fuer-die-abschaffung-von-sammelunterkuenften.html

Flüchtlingsverbände protestieren gegen Sammelunterkünfte (ddp, 11.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fluechtlingsverbaende-protestieren-gegen-sammelunterkuenfte.html

Flüchtlingsverband protestiert gegen Sammelunterkünfte (ddp, 11.06.2009)
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/fluechtlingsverband-protestiert-gegen-sammelunterkuenfte.html

Erster Tag der Lagerschlusstage

Lagerschlussverkauf! Donnerstag, 11. Juni

Public Hearing

Public Hearing mit Bewohnern aus Flüchtlingslagern Foto: A. Naica-Loebell

Auftakt der Lagerschlussverkauf-Aktionstage am Stachus in München. Ein Tag wie am Meer, sonnig und sehr windig, vom runden Springbrunnen weht es immer wieder Gischt herüber – eine sanfte Dusche für die mehr als 120 Teilnehmer der Dauerkundgebung. Die Stimmung ist bestens am ersten Tag des Lagerschlussverkaufs, der noch bis Sonntag dauert. Es herrscht Aufwind, denn es gibt deutliche Bewegung in der politischen Landschaft. Bei der Anhörung im April im Bayerischen Landtag waren sich die Experten einig, dass die Zustände in den „Gemeinschaftsunterkünften“ unhaltbar sind. In München wurden bereits einige Flüchtlingslager geschlossen, unter anderem in der Rosenheimer Straße, wo sich zumindest die Ratten äußerst wohl gefühlt hatten.

Das Netzwerk Deutschland Lagerland fordert die sofortige Schließung aller Lager in Bayern. Aus vielen Städten sind Aktivisten und Aktivistinnen angereist – nur die Flüchtlinge aus der Oberpfalz und Ober-, Mittel- und Unterfranken können leider nicht dabei sein, die Zentrale Rückführungsstelle Nordbayern (ZRS) hat die Ausländerbehörden angewiesen, sie nicht von der Residenzpflicht zu befreien. Flüchtlinge sollen sich nicht selbst organisieren, das Recht auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung gilt offensichtlich für sie nicht.
‘Erster Tag der Lagerschlusstage’ weiterlesen …

Lagerschlussparty am Samstag 13. Juni

DANCE THE DITCH DA CAMP

Wir feiern eine Party…..

DANCE THE “DITCH DA CAMP”

For the right to live a life in human dignity
Selfdetermination instead of compulsion

…. und alle sind herzlich eingeladen!

Mit: Lumineszenz T. Meyer, Procastinator, Das Konstrukt

Samstag, 13.06.2009, ab 20.00 Uhr
Pathos Transporttheater
Dachauerstr. 110B
München

Flüchtlinge dürfen nicht zur Demo gegen Flüchtlingslager

Bayerisches Innenministerium missachtet Grundrecht auf Versammlungsfreiheit: Flüchtlinge aus Nordbayern erhalten keine Erlaubnis zur Fahrt nach München am 13.6.09 / Zusätzliche Demo in Würzburg
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Interview mit Radio Z

Kann mensch sich direkt auf der Seite anhören.

Meinungsfreiheit nicht für Flüchtlinge?

Ausländerbehörden verbieten Flüchtlingen, an den Aktionstagen teilzunehmen.

“Wir sind 50 Leute und wollen zur Demonstration am 13.6. nach München kommen, aber die Ausländerbehörde gibt uns keine Erlaubnis”, berichtete ein Bewohner des Würzburger Flüchtlingslagers vergangene Woche am Telefon. Auch die BewohnerInnen des Flüchtlingslagers in Amberg berichten, dass sie nicht nach München fahren dürfen.

Weitere Recherchen bestätigen es: Die Zentrale Rückführungsstelle (ZRS) Nordbayern hat die Ausländerbehörden angewiesen, keine Befreiung von der Residenzpflicht zu erteilen, wenn Flüchtlinge diese für einen Besuch der Aktionstage beantragen. Peter Meißner, der Leiter der ZRS Nord, begründet dies damit, dass ein solcher Antrag nicht von den Erlaubnisgründen des Aufenthaltsgesetzes abgedeckt sei: Der Besuch einer Demonstration liege weder im öffentlichen Interesse, noch sei es eine unbillige Härte für die Betroffenen, wenn sie nicht fahren dürften. Er sehe “deshalb keine Veranlassung eine Reiseerlaubnis zu erteilen”. Diese Position wird auch vom Bayerischen Innenministerium gedeckt.

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Info-Veranstaltungen in München

Vortrag und Filmbeiträge zu den Lagerschluss-Tagen 09

Mittwoch, 27. 05. 2009 ab 20.30 Uhr, Kafe Marat, Thalkirchnerstraße 104
Freitag, 29.05. ab 20.00 Uhr, Kulturladen Westend, Ligsalzstr. 44

In Bayern werden Flüchtlinge per Gesetz gezwungen, in Lagern zu leben. Die zwangsweise Unterbringung oll nach der bayerischen Durchführungsordnung Asyl die „Bereitschaft zur Rückkehr“ fördern. Lagerunterbringung bedeutet Entrechtung, Ausgrenzung und Isolation. Es gibt keine Privatsphäre, bis zu acht Personen müssen sich ein Zimmer teilen. Viele Flüchtlinge werden an unwirtliche Orte in der tiefsten bayerischen Provinz verbannt.

Flüchtlinge und antirassistische Gruppen kämpfen seit Jahren gegen die menschenunwürdigen Zustände und fordern die Abschaffung des Lagerzwangs. Seit Herbst 2008 hat sich einiges getan: Einige der schlimmsten Lager – zum Beispiel die Lager in der Waldmeisterstraße und der Rosenheimerstraße in München – wurden durch öffentlichen Druck geschlossen. Im kommenden Sommer entscheidet der Bayerische Landtag über die Zukunft der Unterbringung von Flüchtlingen.

Das bayernweite Netzwerk “Deutschland Lagerland” ruft unter dem Motto “Lagerschlussverkauf” vom 11. bis 14. Juni auf zu Anti-Lager-Aktionstagen in München. Das Ziel: Schließung aller Lager – freie Wohnortwahl, Bewegungsfreiheit und Recht auf menschenwürdiges Wohnen für Alle. Ohne faulen Kompromiss.

Mit einem Vortrag und Kurzfilmbeiträgen informieren wir über die aktuelle Debatte um die Abschaffung der Flüchtlingslager in Bayern und die Anti-Lager-Aktionstage im Juni.

Eine Mobilisierungsveranstaltung von “Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen” und Mittwochskafe (Mittwoch) bzw. dem Ökumenischen Büro und dem Kulturladen Westend (Freitag)

Lagerschlussverkauf! Aktionstage!

Anti-Lager-Aktionstage in München: 11. bis 14. Juni 2009

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Landtagsanhörung zu Flüchtlingslagern in Bayern

Diesen Donnerstag beraten vier Landtagsausschüsse mit 25 Sachverständigen über die mögliche Abschaffung der Lagerunterbringung von Flüchtlingen in Bayern.

23.04.09 | 10-14 Uhr | Konferenzsaal | 1. Stock | Nordbau | Bayerischer Landtag

Am 23. April 2009 findet im Bayerischen Landtag die Anhörung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sammellagern statt. Die Federführung übernimmt der Sozialausschuss, beratend dabei sind der Gesundheits-, der Petitions- und der Rechtsausschuss. Es sind 25 Sachverständige geladen, die eine Bestandsaufnahme der Lagerunterbringung vornehmen und Alternativen zur bisherigen strikten Lagerpflicht aufzeigen werden. Zur Sprache kommen zudem die Versorgung der Flüchtlinge mit Sachleistungen wie Essens- und Hygienepaketen, die Residenzpflicht, die eingeschränkte medizinische Versorgung und der beschränkte Zugang zum Arbeitsmarkt.

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Das Jahr, in dem das Lagerleben in Bayern vorbei ging…

Diesem Satz, den wir bald unseren Freunden, Bekannten, Kindern, Kindeskindern und Kindeskinderkindern erzählen wollen, werden wir in diesem Jahr Leben einhauchen. Und die Zeichen dafür stehen auf Erfolg.

Seit dem sicherlich für viele überraschenden Wahlergebnis der Landtagswahlen 2008 ist Leben in die verstaubte Flüchtlingsdiskussion in Bayern gekommen. Dass ein Handeln notwendig ist, darüber sind sich fast alle politischen Parteien im Landtag mittlerweile einig. Über das „was“ streitet man sich noch, aber es gibt Grund mit einer gesunden Portion Optimismus in die Diskussion einzusteigen, denn nach den notwendigen Schließungen von zwei Lagern in München, kann man schon auf den Geschmack kommen und noch ein bisschen weitermachen, womit man so viel versprechend begonnen hat. Und weil die politischen Parteien in Bayern nun auch endlich die Stimme der Flüchtlinge vernommen haben, wird es am 23.04.2009 zu einer historischen Anhörung mehrerer Ausschüsse des bayerischen Landtags kommen. Die Abgeordneten werden sich an diesem Tag tatsächlich über die Schließung der Lager in Bayern austauschen und hoffentlich mit dem Arbeitsauftrag in die Sommerpause gehen, dem diskriminierenden Treiben bayerischer Lagerunterbringung ein Ende zu setzen. Diesen Prozess werden wir lautstark begleiten, öffentlich machen und den ParlamentarierInnen noch unsere Ideen mit auf den Weg geben.
Deshalb werden wir vom 11-14.06.09 am Stachus in München ein sieben Meter breites Kuppelzelt aufstellen und für drei Tage zu einem Ausgangspunkt öffentlicher Diskussionen, Aktionen und anderer Events machen.
Das Programm ist auf dem Weg. Also einfach immer wieder auf die Seite schauen und sich informieren. Aber noch wichtiger: Dabei sein! Wir sehen uns am Stachus! Nutzen wir diese Chance, Flüchtlingen in Bayern endlich ein würdigeres Leben zu ermöglichen und damit ein Zeichen für andere Landesregierungen zu setzen, ihre Lager abzuschaffen!