Demonstration: Wir kloppen eure Lager in die Tonne
Samstag, 13. Juni

Demonstration zum Bayerischen Landtag Foto: A. Naica-Loebell
Tag drei der Dauerkundgebung zum Lagerschlussverkauf in München: Demonstration mit Flüchtlingen aus ganz Bayern quer durch die Stadt, am Ende wird vor dem Landtag symbolisch eine Lagermauer eingerissen.
Um 13.00h ging es am Stachus vor dem Kuppelzelt mit der Auftaktkundgebung los. Unter strahlender Sonne sammelten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die aus ganz Bayern angereist waren, darunter viele Flüchtlinge. Wie bereits berichtet, fehlten nur die Aktivisten aus Nordbayern, weil sie per Order der Zentrale Rückführungsstelle keine Befreiung von der Residenzpflicht erhielten – sie demonstrierten parallel in Würzburg.
Durch die Sonnenstraße, vom Sendlinger Tor zum Gärtnerplatz, und über das Isartor zur Maximlianstraße zog eine bunte, lautstarke Menge, mit Transparenten und Schildern, auf denen zu lesen war: „Wir sind Menschen, keine Tiere!“, „Fluchtursachen bekämpfen statt Stacheldraht und Lager“, „Lagerzwang abschaffen!“, oder „Recht auf Wohnung für alle“. Viele trugen Kartons mit dem Aufdruck „Lager schließen“ – das Baumaterial für die symbolische Lagermauer, die am Ende aufgebaut und gleich wieder zerstört wurde. Ein Teilnehmer hatte sogar eine Abrissbirne für die Lager dabei.
Es wurde gepfiffen, getrommelt, trompetet und gepaukt, um der Öffentlichkeit kund zu tun, was auch in Sprechchören skandiert wurde: Lager abschaffen! Am Mikrofon schilderten die Flüchtlinge wie bereits in den vergangenen Tagen, dass ihr Leben im Lager sie krank macht. Die Situation ist unzumutbar. Die Lager müssen weg.
Vor der Brücke unter dem Maximilianeum, dem Bayerischen Landtag, fand die Schlusskundgebung statt. Die Parlamentarier werden am 18. Juni über einen Gesetzentwurf der Grünen debattieren, der die Abschaffung der Lagerpflicht fordert. Die CSU ist unter Druck, denn neben der Opposition, tritt jetzt auch die mitregierende FDP dafür ein, dass Flüchtlinge in eigenen Wohnungen leben können.
Ein guter Zeitpunkt für lautstarken Protest gegen die menschenunwürdige Unterbringung in den Lagern. Und für eine hübsche Abschlussaktion: aus 118 Kartons – stellvertretend für die 118 bayerischen „Gemeinschaftsunterkünfte“, in denen mehr als 7.000 Flüchtlingen leben müssen – errichteten die AktivistInnen vom Netzwerk Deutschland Lagerland eine Mauer, die dann im Sturm mit viel Gebrüll und Spaß eingerissen und zusammengetreten wurde.
Morgen geht der Lagerschlussverkauf mit einem antirassistischen Fussballturnier im Münchner Hirschgarten zu Ende. Das Motto: Refugees Welcome! Mehr Infos unter www.deutschland-lagerland.de
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